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Herbstschrei

18. Oktober 2008

Sie geht den Weg am Wald entlang. Es bricht
Oktoberlicht durch ihre Schattenlider.
Und von den Bäumen steigt ein Wispern nieder,
das todgeweiht von alten Zeiten spricht.

Es war der Ton, die Art und Weise wie
allenHer log, als seien Worte nur ein Hallen,
um gleich aus jedem Horizont zu fallen;
und mit den wahren Worten fiel auch sie.

Ihr Blick, er senkt sich einen Atemschlag,
sie lächelt fast, auf eine Bruchstückweise;
er war doch früher anders, denkt sie leise
und ballt die Hand, die einst in seiner lag.

Kastanienlaub umwirbelt ihren Geist
und schimmert tausendfach in nackter Bräune.
Der Wind schlägt Haken um die Weidenzäune;
wie gerne wär sie mit ihm fortgereist.

Und als der erste Regen sie umspült,
spürt sie, wie ahnend sich ihr Brustkorb weitet;
dann schreit sie laut, bis sie zu Boden gleitet
und lacht, weil sie sich endlich besser fühlt.

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