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Scriptum

15. Dezember 2007

Ich schrei im Halsumdrehen ein Gedicht,
in dem ich Wort um Wort für Wort verschwende,
und jedes Ungefühl darin beende;
doch bleibt es mir Bericht, verinnerlicht,

denn hilflos schweige ich ins Angesicht,
verrate mich, wenn ich mich von ihm wende,
als sei die Gegenwart gleich einer Blende,
in der selbst Urvertrauen jäh zerbricht.

So fall ich doch aus jedem Gleichgewicht,
und schriebe ich mich gänzlich nieder, fände
die Feder keinen Fluchtpunkt dieser Sicht,

denn ich bin Kür im Konterfei der Pflicht,
wo Löschpapier verbaler Flächenbrände
die wahre Liebe nur von fern bespricht.

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7 Kommentare

  1. herrlich!


  2. Manche Menschen sollte man eher ihre Gefühle schreiben lassen als sie hören zu wollen, denn man erntet dann wohl nur ein Schweigen und Abwenden.

    Sehr schön geschrieben!


  3. Danke euch beiden.

    Gruß, Fabian


  4. im nichttun
    im atemlauschen
    im anvertrauen an die zeit
    im guttun
    im herzwärts tauchen
    im fallen zu allem b e r e i t

    im dasein
    im weitergehen
    in meinem allerschönsten kleid
    im fortgehn
    im zudirneigen
    im frühling wenn es blüten s c h n e i t

    im anschaun
    im kurz verweilen
    im glauben dass die zeit befreit
    im trauen
    im beisichbleiben
    im augenblick der ewigkeit

    (im schlafe)
    im lebentrinken
    in dem was dadurch in mir reift
    im lieben
    grundlos versinken
    im wahren der unsagbarkeit
    bin ich da bin ich da bin ich da ….
    auch wenn es blüten schneit
    wenn nichts mehr möglich – doch nichts ist, nichts ist wie es scheint

    selbst wenn der Himmel weint
    jede unsagbarkeit längst schon in worte verpackt steh ich immer noch in meinem
    schönsten kleid
    mit den füßen im sand und dem kopf in den wolken den regen empfangend als wärs ein
    Gewand dass sich sanft auf meinen Körper legt
    gleich einer hand die stillliebend mich trägt
    die sich stilliebend stillliebend stillliebend auf mich legt.

    ich bin da ich bin da ich bin …

    im dasein
    im herzwärts lauschen
    im anvertrauen an die zeit


  5. Danke dir.

    Schönes Werk, wenngleich es mir wetwas zu lang ist. Aber stellenweise sehr gelungene Reime und mir gefällt die Sprache.

    Gruß, Fabian


  6. du schreibst wunderbare lyrik.
    wollte ich dir sagen…


  7. Danke dir.
    Freut mich, das zu lesen.

    Gruß, Fabian



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