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An manchen Abenden

22. November 2007

Es dunkelt schon, der Mond wacht königlich
und grinst. Dir fallen gleich die Augen zu,
du gähnst, ich streich die Decke glatt für dich;
das muss ich immer tun, dann lächelst du.

Dein müdes Sein will mit den Träumen zieh’n;
ein letztes Halten noch und angesichts
der Stille sucht dein Blick mich kurz, bis ihn
ein Wimpernschlag hinüber trägt ins Nichts.

Ich mal mir aus wie bunt du es erhellst,
mit Unschuld Welten neu verfugen magst,
dir all die Wunder schaffst, in die du fällst
und so bedingungslos zu glauben wagst.

Dann seh’ ich mich in dir, dasselbe Kind,
das irgendwo in meinen Mauern wohnt.
Es pocht. Ich schrecke hoch. Novemberwind
schlägt an dein Fenster. Oben lacht der Mond.

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3 Kommentare

  1. Schön, wie du über deine Kinder schreibst, es ist jedes Mal faszinierend und macht mich stolz.
    Ich habe es zwar schon mal gesagt oder geschrieben, aber es erinnert mich irgendwie an die Väter, die ihren Kindern Geschichten vorlesen und die Stimme verstellen.

    Dieses Kindsein nachvollziehen zu können und doch die Kinder mit den wachsamen und besorgten Augen eines Erwachsenen anzusehen – beides zu vereinen, so denke ich – macht gute Eltern aus.

    Und dass du der beste Vater bist, ist ja wohl klar

    Liebe Grüße
    Ina


  2. Fabian,

    ich schließe mich Ina an. Und zudem: Du vermagst es, Deine Beobachtungen in wunderbare Worte zu fassen.

    LG Claudia


  3. Danke dir, Claudia. 🙂

    Gruß



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