Archive for November 2007

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An manchen Abenden

22. November 2007

Es dunkelt schon, der Mond wacht königlich
und grinst. Dir fallen gleich die Augen zu,
du gähnst, ich streich die Decke glatt für dich;
das muss ich immer tun, dann lächelst du.

Dein müdes Sein will mit den Träumen zieh’n;
ein letztes Halten noch und angesichts
der Stille sucht dein Blick mich kurz, bis ihn
ein Wimpernschlag hinüber trägt ins Nichts.

Ich mal mir aus wie bunt du es erhellst,
mit Unschuld Welten neu verfugen magst,
dir all die Wunder schaffst, in die du fällst
und so bedingungslos zu glauben wagst.

Dann seh’ ich mich in dir, dasselbe Kind,
das irgendwo in meinen Mauern wohnt.
Es pocht. Ich schrecke hoch. Novemberwind
schlägt an dein Fenster. Oben lacht der Mond.

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Herbstdämmerung

15. November 2007

Im Wendekreis von Wiederkehr und Tod
zieht sie vorbei, und fällt aus den Gesichtern;
Septembersonne, tropft aus Wattetrichtern,
und tupft ins Grau ein letztes Abendrot.

Noch weilt der Kranichtrupp im Flugverbot;
und Damwild röhrt im Schein von Autolichtern;
vor Igel und den andern Laubaufschichtern
versteckt der Häher sein Kastanienbrot.

Das Leben mausert sich; wird Ruhe suchen,
mit Speck im Mantel unter Tage flüchten,
und spürt, es findet seinen Weg zurück.

Es riecht nach Moos und windgegerbten Buchen,
am Waldesrand spaziert jemand ein Stück
und träumt von Glühwein zu kandierten Früchten.