Archive for Februar 2007

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Beim Griechen

28. Februar 2007

Sie stand wie jeden Freitag an der Bar;
mir war, als lutschte sie an der Limette,
wie eine, die sehr viel zu geben hätte,
und ihr Metaxablick, lasziv und klar,

gebar in mir den Wunsch nach einem Kuss.
Ich saß am Tisch beim (siebten?) Elixiere,
trank aus und fühlte, dass ich existiere;
erhob mich, das zu tun, was Mann tun muss,

wenn Dunst auf den Synapsen kondensiert.
Sie selbst hing schon ein wenig schräg am Tresen,
da traf ich sie gezielt mit ein paar Thesen,
von Anmut, Glanz – das hat sie austariert;

sie war oral fixiert, der Dialog
banal, sie machte Dinge mit der Zunge
als bräuchte sie den Abdruck meiner Lunge,
dann zahlte sie! (gleich für mich mit) und zog

mich heftig Richtung Ausgang, bog dann doch
noch ab auf die Toilette (die der Damen)
und presste mich behände an den Rahmen
der Klotür – dann war da nur noch ein Loch …

Ich schreckte hoch, saß auf der Nebelbank,
war krank vor Selbsthass, Ekel, im Ermessen,
die letzte Nacht im Kopfschmerz zu vergessen –
mich selbst! Wie immer, wenn ich Lethe trank.

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In deinen Augen

23. Februar 2007

Als wir uns wähnten, wölbte sich die Zeit,
bis ich vergaß, die Uhr zurück zu drehen.
Ich ging voraus, doch dann ging ich zu weit;
du fielst zu tief um mich noch zu verstehen.

Von Oben war die andre Sicht verstellt
ich sah nicht ein, was dich so wütend machte;
es tat nur weh, doch ich verbog die Welt,
schrie laut herab „dann bleib halt hier!“, und lachte.

Dein Blick schlug so verzweifelt auf mich ein,
er traf mich wie ein Reißen in der Mitte;
es pochte hohl im linken Schläfenbein,
und ich verlor den Grund für meine Schritte.

Dann sah ich, wer hier auseinander lief.
Mein Standpunkt log sich in die Offensive;
der Schlussstrich war so ungeheuer schief,
die Flucht bot eine falsche Perspektive.

Es platzten die Gedanken durch mein Hirn,
Ich war ja du; und doch nicht deinesgleichen,
dein Bild lag blutend hinter meiner Stirn,
und mir gelang es nicht, dich zu erreichen.

So selbst gefallen trieb ich schweigend fort,
als ob am Ende nichts zu sagen bliebe.
In deinen Augen lag ein ungeahntes Wort,
und sprach ein letztes Mal von Liebe.