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Bei dir

31. Januar 2007

Du liegst im Bett und schnarchst so vor dich hin,
ein Speichelfaden tropft von deinen Lippen;
es riecht nach Rotwein, Zigarettenkippen.
Und mir wird klar, wie gern ich bei dir bin.

Es wurde spät, wir hatten einen Streit,
und viel getrunken, bis wir beide weinten;
weil Worte fielen, die wir nicht so meinten,
von Schuldzuweisung und Vergänglichkeit.

Das Wissen vieler Tage tat uns weh,
es kam der Punkt, wo wir zu sterben dachten,
bis wir begriffen und ganz lauthals lachten,
dann tanzten wir, ich trat dir auf den Zeh.

So fiel uns alles Schwere von der Brust,
wir sprachen aus und hielten uns die Hände,
wir liebten uns, als wär die Welt zu Ende,
als hätten wir uns immer schon gewusst.

Das ist jetzt wohl der vierte Neubeginn;
als ich dich küsse, deine Lippen lecke,
drehst du dich weg, vergräbst dich in der Decke,
und mir wird klar, wie gern ich bei dir bin.

 

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