h1

Kind

7. April 2007

Und dann fiel uns der Himmel in den Rücken,
wie blanker Stahl, aus dem ein Ende sprach.
Die Welt, sie sank von eingestürzten Brücken,
an diesem Morgen, als dein Lachen brach.

Die Sonne schien verfrühter aufzugehen,
der Schulbus kam, – ein letzter Blick von dir -,
du ranntest und ich hab dir nachgesehen,
dann riss die Zeit, wie feuchtes Löschpapier.

Es ist so falsch, dein Ende zu beschreiben;
wer auch in diesem Akt die Feder führt,
er wird mir die Erklärung schuldig bleiben!
Sie sagten uns, du hättest nichts gespürt.

Der tiefe Schnitt verklebt sich unter Nähten,
die Sicht der Dinge ordnet sich mit mir;
in deinem Zimmer Bilder auf Tapeten
und Legosteine fragen still nach dir.

Ich seh dich jetzt und was wir immer waren,
ein Licht, das durch den Ascheregen fällt,
wie ein Verbundensein im Unlösbaren,
den Weg, und deine Hand, die meine hält.

4 Kommentare

  1. ich habe ein paar tage verdauungszeit gebraucht, um einen kommentar zu diesem ergreifenden gedicht schreiben zu können.

    ich hatte selber 2 fehlgeburten und trauere diesen kleinen würmern manchmal immer noch nach. wie einschneidend und tragisch muss das sein, wenn man einen unfall oder tod des eignenen kindes erleben musss….


  2. das kann ich total verstehen und freue mich umso mehr über deinen Kommentar. Es tut mir leid, dass dir das widerfahren ist. Alte Wunden wollte ich nicht aufreißen. Durch deinen Blog weiß ich ja seit vorhin, dass du einen Sohn hast und das ließ mich aufatmen. Selbst musste ich so etwas nicht erfahren, meine Freundin bat mich, einen Text darüber zu schreiben, inspiriert durch den Film „Hinter dem Horizont“. War ziemlich schwierig, aber ich bin ganz zufrieden damit. Hab ganz lieben Dank und drück deinen Kleinen von mir. Gruß, Fabian


  3. er grüsst zurück und die andern zwei auch ;-)


  4. :)



Kommentar schreiben